Internationale Kirchliche Zeitschrift

Die IKZ ist wohl der erste und wichtigste Ort, wo man sich laufend und direkt über die Entwicklung altkatholischer Theologie und über Ergebnisse historischer Forschung zum Altkatholizismus orientieren kann. Im weiteren berichtet die IKZ über die Wahrnehmung des ökumenischen Anliegens der altkatholischen Kirche, zu deren vorrangigen Partnern traditionell die östliche Orthodoxie und die anglikanische Kirchengemeinschaft gehören.

 

 

Soeben erschienen: Internationale Kirchliche Zeitschrift, Heft 2-4/2020

Kirchenreform durch die Erneuerung des Gottesdienstes. Die liturgischen und ekklesiologischen Anliegen von Adolf Thürlings (1844-1915) und ihre Wirkung bis heute

Der Theologe und Musikwissenschaftler Adolf Thürlings war kurz nach dem Ersten Vatikanischen Konzil, dessen 150. Jahrestag in das Jahr 2020 fällt, einer der «Pfarrer der ersten Stunde». Aus voller Überzeugung trat er für die altkatholische Bewegung ein, wurde Seelsorger für die Katholikinnen und Katholiken, die gegen die neuen vatikanischen Dogmen protestierten, und setzte in den Folgejahren mit seiner Gemeinde in Kempten die Orientierung an der Alten Kirche in kirchliche Praxis um. Adolf Thürlings’ reichhaltiges Schaffen war und ist von grosser Bedeutung für mehrere altkatholische Kirchen der Utrechter Union und weist auch aus heutiger liturgiewissenschaftlicher und ökumenischer Perspektive interessante Aspekte auf. Die in diesem Heft vorliegende, umfangreiche Würdigung seines Werkes geht zurück auf eine internationale ökumenische Tagung, die vom 25. bis zum 26. November 2016 am Departement für Christkatho-lische Theologie an der Universität Bern stattfand unter dem Titel «Kirchenreform durch die Erneuerung des Gottesdienstes. Die liturgischen und ekklesiologischen Anliegen von Adolf Thürlings (1844–1915) und ihre Wirkung bis heute». Die Beiträge dieses Heftes reichen von biographischen, historischen, liturgiewissenschaftlichen und hymnologischen Detailstudien zu seinem Werk und dessen Wirkung über seine redaktionellen Tätigkeit für die IKZ bis hin zu zwei Beiträgen, die eine von Thürlings’ Vorlesungen aus heutiger römisch-katholischer und evangelisch-reformierter liturgiewissenschaftlicher Sicht lesen und analysieren.

Angela Berlis